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Miriam Goldberg (1926-2000)Miriam Goldberg wurde 1926 in Bratislawa (heutige Slowakei) als jüngstes von sieben Kindern einer ostjüdischen Familie geboren. Die Familie wanderte 1937 nach Palästina aus. Früh kam Miriam dort durch ihre Lehrerinnen Vera Jaffe und Lotte Kristeller in Kontakt mit der Arbeit Elsa Gindlers. Ihre ‹Schulung›, wie Miriam es selber nennt, begann 1945 in dem Kibbuz, in dem sie damals lebte. Miriam nahm dort an einem dreimonatigen Intensivkurs teil, den Vera Jaffe leitete. Diese hatte in Berlin einige Jahre mit Elsa Gindler gearbeitet. Daran anschließend arbeitete Miriam ein Jahr im Kibbuz vor allem mit Kindern und setzte sich intensiv mit Bewegung und menschlicher Entwicklung auseinander. Um weiter zu lernen, ging Miriam 1946 nach Tel Aviv und begann eine Ausbildung bei Judith Binneter und Lotte Kristeller: Judith Binneter war Bewegungs- und Tanztherapeutin und hatte Bewegungsschulen wie Laban und Mary Wigman durchlaufen. Lotte Kristeller hatte in Berlin über 13 Jahre mit Elsa Gindler gearbeitet und war eine der ausgebildeten Gindler-Lehrerinnen. Neben ihrer Ausbildung bei Vera Jaffe, Judith Binneter und Lotte Kristeller gab es für Miriam weitere wichtige Stationen ihres Weges, z.B. die Analyse bei Julie Neumann, welche vor ihrer erzwungenen Emigration zu dem Kreis um C.G. Jung gehört hatte. Ihre Neugierde führte Miriam auch zu Moshé Feldenkrais, mit dem sie in Israel einige Zeit arbeitete, zu Mc Donald, einem Schüler von F.M. Alexander, und zu Noa Eschkol. Später wurde auch der Zen-Buddhismus wichtig und das Sitzen, Zazen genannt. In den 1960er Jahren kam Miriam Goldberg zum ersten Mal wieder nach Deutschland, eine Reise für sie ins ehemalige Nazi-Deutschland, die wohl durchaus schwierig war. In München begegnete Miriam Helmut Stolze, auf dessen Einladung sie 1963 erstmals zu den Psychotherapiewochen nach Lindau kam. Es war Stolze, der die Arbeit als ‹Konzentrative Bewegungstherapie› (KBT) titulierte, die heute als leiborientierte psychotherapeutische Methode gilt und in Form eines Arbeitskreises (Deutscher Arbeitskreis Konzentrative Bewegungstherapie) mit Weiterbildungs- und Fortbildungsangeboten organisiert ist. Aus ihrer insgesamt zwanzigjährigen Tätigkeit in Lindau (1963 – 1982) resultierten viele Kontakte und Einladungen, die Miriam Kurse in Skandinavien, Österreich, Deutschland, eigentlich in ganz Europa anbieten ließen. Ihre Arbeit hat Miriam selbst einmal wie folgt beschrieben: «Das nenne ich die ‹Arbeit im geschützten Raum› und ‹Arbeit am gegebenen Beispiel›. Ich schaffe ein Arbeitsfeld, in dem ein Mensch sich ausprobieren, sich begegnen und erkennen kann. Daraus nehme ich Einzelheiten als gegebenes Beispiel, um es zu bearbeiten. Eigentlich könnte ich es die Arbeit am ‹Phänomenalen› nennen, an dem, was sich gerade in der Zeit und an dem Ort ereignen kann. Es kann ein bißchen wie ein Spiel sein, es ist doch nicht das ‹echte Leben›, es ist Leben in einem Atelier, in einem Studio, wo man etwas ausprobiert. Es ist ein wenig eine künstlerische Tätigkeit, bei der man ausprobieren kann: kann ich es so, kann ich es auch anders und wie geht es mir dabei? Ich kann auch überprüfen, was ich möchte und welche Möglichkeiten ich habe. Ich interessiere mich nicht sehr für die Suche nach dem, was bei einem Menschen nicht in Ordnung ist, sondern für seine Möglichkeiten. Ich nehme etwas davon auf, so wenig wie möglich, schaue mir die Proportionen an und sehe, wohin es gehen könnte.» (Goldberg 1995, 76) In Miriams Kurse kamen unterschiedlichste Menschen, z.B. aus den Bereichen Physiotherapie, Medizin, Therapie, Pädagogik, oft auch aus ganz anderen Zusammenhängen. Nicht selten waren es Menschen mit Schmerzen oder bestimmten Beschwerden. Miriam Goldberg ist im Februar 2000 im Alter von 73 Jahren in Tel Aviv gestorben. Die Materialien aus ihrem Nachlass, die im Jahr 2003 in das Archiv der Heinrich Jacoby – Elsa Gindler – Siftung übergeben wurden, erzählen von ihrem Leben und ihrer Arbeit. Es sind private Photos, Photos aus ihrer Ausbildungszeit und Arbeit sowie eigene Photographien aus Israel (z.B. aus einem Beduinendorf). Daneben gibt es Manuskripte, Gesprächsprotokolle, Briefe und vieles mehr. |
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